Die Gesamtschule Konradsdorf vereint aufbauend auf der Förderstufe alle Schulformen des Sekundarbereichs I und die gymnasiale Oberstufe unter einem Dach.
Uns ist es wichtig, den Gesamtschulcharakter zu leben, indem alle Schülerinnen und Schüler in einer Schule unterrichtet wer-den und die Lehrkräfte ein alle Schulzweige übergreifendes Kollegium
bilden. Dies erleichtert entschieden die Durchlässigkeit für die Schülerinnen Schüler und fördert den pädagogischen Austausch der Lehrkräfte.
Der Sekundarbereich I besteht ab der siebten Jahrgangsstufe aus drei Schulzweigen: Hauptschulzweig, Realschulzweig und Gymnasialzweig. Ausschlaggebend für die Zuweisung in den jeweiligen
Schulzweig ist die Empfehlung der entsprechenden Klassenkonferenz, an die sich eine ausführliche Beratung der Eltern anschließt.
Hauptschulzweig:
Im Hauptschulzweig der Gesamtschule Konradsdorf werden die Schülerinnen und Schüler gezielt auf den Hauptschulabschluss oder den qualifizierenden Hauptschulabschluss vorbereitet.
Gleichzeitig begleiten wir die Jugendlichen auf ihrem Weg in Ausbildung, Beruf oder weiterführende schulische Angebote. Dabei stehen individuelles Lernen, praxisnahe Unterrichtsinhalte und die
persönliche Entwicklung der Schülerinnen und Schüler im Mittelpunkt.
Der Unterricht orientiert sich an den Stärken und Möglichkeiten der Schülerinnen und Schüler und vermittelt grundlegende Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten für Schule, Alltag und
Berufsleben. Besonderen Wert legen wir auf die Förderung in den Kernfächern Deutsch, Mathematik und Englisch sowie auf selbstständiges und verantwortungsbewusstes Arbeiten.
Ein wichtiger Bestandteil des Hauptschulzweiges ist die intensive Berufsorientierung. Bereits im achten Schuljahr besuchen die Schülerinnen und Schüler für ein halbes Jahr einmal wöchentlich die
Berufsschule und erhalten dort erste Einblicke in verschiedene berufliche Bereiche und Arbeitsweisen. Zusätzlich absolvieren die Schülerinnen und Schüler sowohl in der Jahrgangsstufe 8 als auch
in der Jahrgangsstufe 9 jeweils ein zweiwöchiges Betriebspraktikum.
Im zweiten Halbjahr der Jahrgangsstufe 9 findet darüber hinaus an jedem Mittwoch ein Praxistag statt. Die Schülerinnen und Schüler sammeln dabei kontinuierlich praktische Erfahrungen in einem
Betrieb und lernen berufliche Abläufe sowie Anforderungen des Arbeitsalltags unmittelbar kennen. Durch diese enge Verzahnung von Schule und Praxis werden die Jugendlichen gezielt bei ihrer
Berufsfindung und beim Übergang in Ausbildung oder weiterführende Angebote unterstützt.
Durch eine enge pädagogische Begleitung, klare Strukturen und vielfältige Unterstützungsangebote schaffen wir eine Lernumgebung, in der sich die Schülerinnen und Schüler individuell entwickeln
und ihre persönlichen Perspektiven erfolgreich gestalten können.
Realschulzweig:
Im Realschulzweig werden die Schülerinnen und Schüler auf das Erlangen des Mittleren Abschlusses bzw. des Qualifizierenden Mittleren Abschlusses vorbereitet, der im 10. Schuljahr mit dem Absolvieren der Zentralen Abschlussprüfungen erworben wird.
Im Bereich des Wahlpflichtunterrichts werden neben den Fächern Mathematik, Deutsch, Englisch und Informatik auch die Fächer Französisch und Spanisch als 2. Fremdsprache angeboten. Wer eine 2.
Fremdsprache wählt, kann – bei besonders guter Leistung – nach Antrag und Zustimmung der Klassenkonferenz in den Gymnasialzweig wechseln.
Der Mittlere Abschluss stellt die Voraussetzung für die Aufnahme zahlreicher Ausbildungen dar. Unter bestimmten Bedingungen ermöglicht er das Erlernen gewisser Assistenzberufe sowie den Besuch
der Fachoberschule.
Der Qualifizierende Mittlere Abschluss stellt die Befähigung dar, die gymnasiale Oberstufe bzw. das Berufliche Gymnasium zu besuchen. Auch im Realschulzweig nimmt die Berufsorientierung einen
hohen Stellenwert ein, so durch das Fach Arbeitslehre, aber auch durch die Vorbereitung und Durchführung zweier zweiwöchiger Betriebspraktika in den Jahrgangsstufen 8 und 9.
Gymnasialzweig:
Der Gymnasialzweig ist darauf ausgerichtet, den Schülerinnen und Schülern die für den Besuch der gymnasialen Oberstufe notwendigen fachlichen und methodischen Fähigkeiten zu vermitteln.
Die Fremdsprachenfolge ist wie folgt geregelt: Die Schülerinnen und Schüler beginnen in der fünften Jahrgangsstufe mit der ersten Fremdsprache Englisch und wählen in der siebten Jahrgangsstufe
mit Französisch, Spanisch oder Latein die zweite Fremdsprache. Das Praktikum in der neunten Jahrgangsstufe soll idealerweise Einblicke in einen Studien- bzw. akademischen Beruf ermöglichen.
Die individuelle Förderung nimmt auch im Gymnasialzweig einen hohen Stellenwert ein. Der Übergang zur gymnasialen Oberstufe ist fließend. So wird darauf geachtet, die in der Oberstufe
erforderlichen Aufgabenformate einzuüben und das selbstständige Erarbeiten und Präsentieren von Unterrichtsinhalten zu trainieren.
Kooperative Gesamtschule:
Die Schülerinnen und Schüler werden überwiegend innerhalb ihrer Schulzweige unterrichtet, in einigen Fächern aber auch schulzweigübergreifend. So lernen z.B. in den Fächern evangelische und katholische Religion sowie Ethik Schülerinnen und Schüler unterschiedlicher Zweige zusammen. Der Besuch des ABZ Nidda im Rahmen der Berufs- und Studienorientierung in der siebten Jahrgangsstufe findet ebenfalls schulzweigübergreifend statt. Ebenso verhält es sich mit dem Wahlpflicht- bzw. Wahlunterricht in der neunten und zehnten Jahrgangsstufe des Realschul- und Gymnasialzweiges.
Ein weiteres wichtiges Merkmal der Mittelstufe der Gesamtschule Konradsdorf ist ihre Durchlässigkeit. So ist ein Wechsel innerhalb der Schulzweige möglich (unter Beachtung der Sprachenfolge), um
im Einzelfall die bestmögliche individuelle Lösung für einen Schüler bzw. eine Schülerin zu finden.
Erfahrbar wird die Gesamtschule Konradsdorf als Kooperative Gesamtschule aber auch und vor allem durch gemeinsame Projekte und Veranstaltungen, die von allen Lernenden gleichermaßen und gemeinsam
besucht werden.
„Lernen ist wie Rudern gegen den Strom. Hört man damit auf, treibt man zurück.“ – Laotse
An der Gesamtschule Konradsdorf sitzen dabei die unterschiedlichsten Menschen in einem Boot und stellen sich immer wieder neu den Stromschnellen der Zeit.
Text: Jörg Dinkelmann, Jan Görlach, Stephanie Uslu